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1. Durch die wilde Cumbre
2. Einmal rund um Gran Kanaria

1. Durch die Wilde
Cumbre
In die Bergwelt Gran Canarias führt diese 140 km lange Tour, für
die Sie einen ganzen Tag
reservieren sollten. Denn die Straßen sind eng und kurvig, stundenlanges
Fahren ist daher
anstrengend. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die herrliche Aussicht
zu genießen, entspannt zu
Mittag zu essen und die Insel einmal von ihrer stillen, urtümlichen
Seite kennen zu lernen.
Denken Sie an Pullover und Kopfbedeckung! In den Bergen ist es oft
kälter und nicht so sonnig wie an der Küste.
Von Playa del Inglés geht es durch San Fernando hinauf in die Cumbre.
Der Barranco de Fataga
zeigt sich in dürrem Ocker. Nach dem Besuch des Mundo Aborigen, des
altkanarischen
Geschichtsparks, fahren Sie auf der gewundenen Straße über einen ePass
(Aussichtsplattform,
Cafeteria) und wieder ins Tal hinab nach Fataga, dem malerischsten
Dorf der südlichen Cumbre.
Dahinter liegt links ein Dromedargehege, das Ausritte anbietet. Die
nächste Station, San Bartolomé
de Tirajana, liegt bereits knapp 900 Meter hoch. Vor Ihnen erheben
sich jetzt die senkrechten
Wände der Cumbre. Die Landschaft wird üppiger, es werden Aprikosen
und Kartoffeln angebaut.
Kurz nach Cruz Grande ist mit 1 260 m erst einmal der höchste Punkt
erreicht. Über einen Paß
kommen Sie in den nächsten Barranco. Aus der Ferne blitzt das Wasser
des gut gefüllten Embalse
de Chira in der Sonne. Kurze Zeit später taucht der Weiler Ayacata
zwischen vielen Mandelbäumen auf.
Hier können sie die erste Rast einlegen.
Danach geht es in nordöstlicher Richtung nach Los Pechos. Nach einigen
Serpentinen
taucht der Roque Nublo auf, ein 80 m hoher Monolith, der von vielen
Punkten der Cumbre
aus zu sehen ist und dabei scheinbar immer wieder Aussehen und Größe
verändert.
Durch weitläufige Pinienwälder und an Obstplantagen vorbei kommen
Sie an die Kreuzung
von Cueva Grande und biegen rechts ab Richtung Pico de las Nieves.
Die »Schneespitze«
ist mit 1 949 m der höchste Punkt der Insel. Im Dezember und Januar
schneit es hier gelegentlich,
an geschützten Stellen können die weißen Tupfer wochenlang überstehen.
Rechts geht es auf
der frisch geteerten Straße zum höchsten eAussichtspunkt, immer am
Zaun der militärischen
Horchanlage entlang, deren weiße Kuppeln schon von weitem zu erspähen
sind. Lassen Sie
den Superblick in Ruhe auf sich wirken! Nach Süden und Osten ist es
schroff und felsig, nach
Norden und Westen dicht bewaldet. Bei gutem Wetter reicht die dichte
Passatwolkendecke
bis etwa 1 700 m Höhe und schiebt sich in die Kerben der Barrancos
und zwischen die Berge.
Am anderen Ende stößt unvermittelt der wuchtige Kegel des Teide auf
Teneriffa durch die Wolkendecke.
Er ist mit 3 718 m der höchste Berg Spaniens.
Nun geht es zurück zur Kreuzung von Cueva Grande und von dort geradeaus
hinab nach
Cruz de Tejeda. In dunstiger Ferne liegt Las Palmas. Cruz de Tejeda
ist eine touristische
Exklave in ansonsten verträumter Umgebung. Hier werden Souvenirs aller
Art verhökert. Kinder
können auf niedlichen Eseln reiten; und wer mag, isst im Restaurant
des rustikalen Paradors
ausgezeichnet zu Mittag. Die Abfahrt nach Tejeda führt durch Eukalyptusalleen;
links lugt der
Roque Bentaiga (1 412 m) zwischen den Bäumen hindurch. Tejeda ist
wegen seiner Lage und
Unverfälschtheit wohl der malerischste Ort Gran Canarias mit Minigassen,
Treppen,
Plätzen und einer Kirche. Der Stadtrundgang ist deshalb ein besonderes
Vergnügen.
Weiter geht es Richtung Süden. Nach etwa 4 km biegen Sie rechts zum
Roque Bentaiga ab.
Zu Fuß gelangen Sie zum heiligen Basaltfelsen. In ihm sind Rillen
zu sehen, in die Flüssigkeiten
als Opfergabe gegossen wurden. In den Bergwänden befinden sich mehrere
Höhlenwohnungen,
die größte von ihnen ist die Cueva del Rey.
Dann folgen Sie der Straße weiter nach Süden. Kurz vor Ayacata heißt
es, scharf rechts zum
Embalse de Cueva de las Niñas abzubiegen. Auf der wenig befahrenen
Straße spürt man viel
von der Einsamkeit der kanarischen Bergwelt. Der »Stausee der Mädchenhöhle«
ist sicher der
anmutigste auf Gran Canaria, an seinem Ufer wird gepicknickt und gecampt.
Er hat allerdings
in den letzten Jahren arg unter dem Regenmangel gelitten und ist meist
nur spärlich gefüllt.
Abenteuerlich geht es dann auf dem letzten Teil der Tour zu. Die staubige
Schotterpiste in den
Barranco de Mogán fordert fahrerisches Geschick.
Mogán selbst ist ein netter Ort mit einigen urigen Lokalen. Die anschließende
Fahrt zur Küste
führt durch das schönste Tal im Süden, dem Obst- und Gemüsegarten
Gran Canarias.
Zur Zeit der Orangenblüte Ende März liegt ein betörender Duft über
dem Tal. Pflanzenfreunde
statten der großen Gärtnerei Viveros am Ende der Schlucht einen Besuch
ab und erwerben
ein blumiges Urlaubssouvenir. Auf der Küstenstraße geht es dann zurück
nach Playa del Inglés.
2.
Einmal rund um Gran Kanaria
Bei der Fahrt rund um die Insel zeigt sie sich in ihrer ganzen Vielfalt.
Vor allem im Nordwesten
hat Gran Canaria ein Gesicht, das Urlauber nur selten zu sehen bekommen.
Es ist grün und
traditionell. Die Bewohner leben von Landwirtschaft und Fischfang.
Geheimnisvolle Höhlen
können besichtigt, der beste Käse der Kanaren probiert, das lieblichste
Tal der Insel besucht
und Schwindel erregende Steilküsten erklommen werden.
Etwa 240 Kilometer lang ist diese Tour. Sie nimmt einen ganzen Tag
in Anspruch, denn es
erwarten Sie viele kurvige Straßen. Aber es gibt auch eine Menge Rastplätze,
die zu Pausen
einladen. Füllen Sie also Ihren Tank, und los geht's!
Auf der Südautobahn geht es nach Las Palmas . Halten Sie sich dort
rechts auf der Avenida
Marítima, und nehmen Sie die Abfahrt nach Agaete durch den Stadttunnel.
Von der nördlichen
Küstenstraße C 810 haben Sie einen schönen Blick zurück auf die Hauptstadt
und den
Hügel der Isleta. Die Küste ist zerklüftet, der Ozean brandet mit
Wucht an das strandlose Ufer.
Da der Verkehr nach Guía und Gáldar stark und die Insel hier recht
zersiedelt ist, sollten Sie gleich weiterfahren.
Kurz vor Guía biegen Sie etwas umständlich (Abfahrt La Atalaya, über
den Kreisverkehr
zurück in Gegenrichtung, nächste Abfahrt Artenara, schräg rechts hoch
Richtung Cuesta de
Silva) ab und fahren hinauf zum Cenobio de Valerón. Die Höhle ist
im Morgenlicht besonders
eindrucksvoll. Nach deren Besuch geht es auf demselben Weg zurück
zur Kreuzung und dor
t links nach Guía. Beim Stadtbummel sollten Sie die Kathedrale und
die umliegenden Straße
n ansehen. Der witzige Käseladen von Santiago Gil Romero befindet
sich direkt an der
Durchgangsstraße. Der Meister weiht Besucher gern in die Geheimnisse
des Queso de flor ein.
Kurz vor Gáldar ist ein Abstecher nach rechts auf den bizarren Pico
de Gáldar möglich mi
t herrlichem Blick über die Küste, weite Bananenplantagen und die
nördliche Cumbre. Gáldar
selbst hat einen großen Marktplatz. Im Patio des Rathauses (links)
steht der größte Drachenbaum
Gran Canarias (Besichtigung nur zu Büroöffnungszeiten bis spätestens
13 Uhr).
Zurück auf der Durchgangsstraße geht es weiter Richtung Agaete. Bei
der Kreuzung nach
Sardina (rechts abbiegen) können Sie wieder einen Abstecher machen,
diesmal zum Echsenpark
Reptilandia und zum Fischerdorf Sardina. Kurze Zeit später liegt links
der Landstraße in einer
Felsenbucht die Cueva de las Cruces.
Agaete ist ein hübscher Ort, der aber unter dem Durchgangsverkehr
leidet. Die Fahrt in den
Barranco de Agaete ist daher erste Urlauberpflicht, zumal sich hier
das lieblichste und
abgeschiedenste Tal der gesamten Insel öffnet. Überall leuchtet es
in üppigen Farben, kleine
Ortschaften schmiegen sich an den gegenüberliegenden Hang. Wer Zeit
hat, sollte ein
Stündchen spazieren gehen. Aber auch die Autofahrt nach Los Berrazales
bis zum Hotel Princesa
Guayarmina und zurück hat ihren Reiz.
Wieder in Agaete fahren Sie weiter in Richtung Süden. Hinter der Brücke
führt rechts ein
Abstecher nach Puerto de las Nieves. In dem kleinen Fischerort empfiehlt
es sich, im El Dedo
de Dios einzukehren, einem Restaurant mit unverstelltem Blick auf
den »Finger Gottes«,
die von Wind und Wetter geschliffene Felsnadel, die steil aus dem
Meer ragt.
Zurück auf der nach Süden führenden Straße beginnt nun der wildeste
Küstenabschnitt
Gran Canarias. Die graubraunen Berge reichen im Westen der Insel bis
an den Ozean heran
und brechen dann fast senkrecht in die Tiefe ab. In mühsamer Arbeit
wurden die Serpentinen in
den Fels geschlagen. Dörfer gibt es hier keine. Eine Stunde lang fahren
Sie zwischen Himmel
und Erde, immer wieder taucht die Nachbarinsel Teneriffa im Westen
auf. Am Mirador de
Balcón haben Sie von der Aussichtsplattform einen tollen Blick auf
die dort zackig ins Meer abfallenden Berge.
San Nicolás de Tolentino ist eine weitläufige Kleinstadt ohne besondere
Sehenswürdigkeiten.
Wer mag, kann dem Fischerort Puerto de San Nicolás einen Besuch abstatten.
Sie haben
damit den westlichsten mit dem Auto erreichbaren Punkt Gran Canarias
erreicht.
Die Rückfahrt beginnt mit einem erst langsamen, dann immer steileren
Aufstieg in die Berge.
Im Tal bilden die von gewaltigen Plastikplanen gegen den Wind geschützten
Tomatenplantagen
ein seltsames Mosaik, voraus beeindruckt eine zerfurchte, hunderte
Meter hohe Felswand.
Auf der Degollada de la Aldea liegt der Pass in 700 m Höhe. Von hier
aus windet sich rechts
eine kleine Straße um den Berg hinab nach Tasartico, von wo aus die
Strände Güigüí
Grande und Güigüí Chico zu Fuß erwandert werden können.
Vom Pass führt die Bergstraße hinab in den trockenen Südwesten, bis
links die Felsformation
der Azulejos (d.h. »Kacheln«) auftaucht. Adern aus verschiedenfarbigem
Tuffstein stoßen wie
ein Wasserfall bis zur Straße vor. Auf einem Parkplatz können Sie
einige Erfrischungen kaufen.
Danach gelangen Sie nach Mogán und in den gleichnamigen Barranco.
An der Küste liegt
Puerto de Mogán, die architektonisch gelungene Touristensiedlung mit
dem wie ein Schwalbennest
am Hang klebenden, gleichnamigen Fischerort. Ein Bummel durch dessen
steile Gassen ist
schön; unten am Kiosk des Dorfplatzes warten leckere Churros de pescado,
ein Fischsnack,
und der wohlverdiente Cortado.
Auf der Küstenstraße führt der Weg nach Puerto Rico, das wegen seines
geschützten Strandes
viele Tagesgäste aus Playa del Inglés anzieht. Als Nächstes folgt
Arguineguín, ein rummeliger
Fischerort, dem die vielen Feriensiedlungen in seiner Nähe nicht gut
getan haben. Betulich geht
es hingegen auf der kleinen Werft zu. Hier werden ständig mehrere
Boote in Handarbeit überholt.
Je nach Saison frühmorgens oder abends versammeln sich die Händler
an der breiten Mole,
um den heimkommenden Fischern das angelandete Meeresgetier abzukaufen.
Von
Arguineguín geht es zurück Richtung Playa del Inglés, entweder über
die Autobahn oder
über die Küstenstraße, die an einer großen Bananenplantage und der
Siedlung El Pajar
vorbeiführt, wo Sie einfach und gut zu Abend essen können.
Für weitere Foto's von Gran Canaria: fotogcz@infocanarias.com